Coaching speziell für Studenten

Im Dezember 2012 veröffentlichte meine Kollegin Prof. Dr. Kira Klenke ihr Buch „Studieren kann man lernen.“ Vor Kurzem sprach ich mit ihr über das Buch, die Hintergründe und ihre neuen Pläne.

Gudrun Behm-Steidel: „Kira, du bist Professorin für Statistik an der Hochschule Hannover und hast einen Coaching-Ratgeber für Studenten „Studieren kann man lernen.“ geschrieben. Du versprichst darin „mit weniger Mühe zu mehr Erfolg“. Wie bist du auf diese Idee Coaching für Studierende gekommen?“

Kira Klenke: „Ich selber habe mich in stressigen Zeiten, beispielsweise als ich als Dekanin die Leitung unseres Fachbereichs übernommen hatte, regelmäßig durch einen Coach unterstützen lassen. Das hat mir damals in Situationen, bei denen ich mich nicht sehr wohl gefühlt habe, enorm geholfen. Mir persönlich gefällt am Coaching so gut, dass man dabei selber seine eigenen, individuellen Lösungswege entdeckt. Mithilfe eines entsprechend geschulten Außenstehenden reflektiert man selber die eigene Situation und entwickelt dann auch selber individuelle, für sich stimmige Handlungsalternativen. Immer wieder hatte ich dabei staunend entdeckt, dass jede, wirklich jede Situation doch viel mehr Handlungsfreiräume enthielt als ich ursprünglich geglaubt hatte.“

GBS: „Und dann hast du das Coachen auch selber erlernt?“
KK: „Das Tolle daran, wenn man gecoacht wird ist, das man während dessen, so ganz nebenbei auch eine Art mentalen Werkzeugkasten entwickelt, der dann bei zukünftigen Schwierigkeiten immer wieder verlässlich bereit steht.“

GBS: „Also hast Du Dich zum Coach ausbilden lassen ..“
KK: „Du kennst mich, wenn mich etwas fasziniert, dann erforsche ich es durch und durch. Ich habe im Laufe der letzten 20 Jahre bestimmt hunderte von Büchern zu dem Thema gelesen und auch sehr sehr viele entsprechende Seminare besucht. Ausführlich habe ich mich dabei mit NLP, dem sogenannten Neurolinguistische-Programmieren, befasst und darin auch die Ausbildung zur Trainerin gemacht. Ich bin vom NLP-Dachverband DVNLP als Trainerin und als Beraterin zertifiziert.“

GBS: „Warum war es dir so wichtig, einen Coaching-Ratgeber speziell für Studenten zu schreiben? Ich weiß, dass du an diesem Projekt Jahre gearbeitet hast.“

KK: „Seit der Hochschulreform, also seit der Umstellung auf Bachelor- und Master-Abschlüsse, wird von unseren Studierenden nun noch mehr Leistung als früher und das in kürzerer Zeit gefordert. Ich erlebe in meinen Lehrveranstaltungen, dass die Studierenden sich wirklich bemühen: Aber leider haben nur wenige von ihnen das Lernen an sich je explizit gelernt, ganz zu schweigen von strategischem Selbstmanagement. Damit meine ich zum Beispiel, sich bewusst zu werden, was und wie man über die eigenen Fähigkeiten oder eine gerade anstehende Aufgabe denkt.“

GBS: „Hast Du mal ein Beispiel?“
KK: „In der Einführungsvorlesung Statistik habe ich letztes Semester vor der ersten Unterrichtstunde schriftlich erfragt, was die Studierenden über sich und das Fach denken. Abgegeben wurden dabei zum Beispiel diese Sätze:

  • Schon früher in der Schule hatte ich Stress mit Mathe, wieso sollte das jetzt im Studium anders sein?
  • Mathe & Statistik mag ich nicht. Und: Mathe & Statistik mögen mich nicht.
  • „Mathe ist ein Arschloch!“ Hierzu habe ich mittlerweile herausgefunden, dass dieser Spruch sehr bekannt und auch ‚in‘ ist: im Internet findet man Postkarten und sogar T-Shirts dazu!
  • Ich habe keinen Bock mich mit Statistik zu beschäftigen.
  • Ich kapiere wahrscheinlich sowieso wieder nichts.

Wie gesagt, das habe ich mir selber nicht ausgedacht, das ist sind echte Denk-Beispiele meiner Studierenden aus dem letzten Semester.“

GBS: „Das klingt heftig. OK, mit so einer inneren Einstellung ist es wahrscheinlich nur schwer möglich, erfolgreich zu lernen. Oder ist das ein Problem bestimmter Disziplinen?“

KK: „Das Fach Statistik macht leider etlichen Studierenden – schon von vorneherein, noch bevor sie sich den Dozenten oder das Lehrbuch angeschaut haben – Stress, zum Teil sogar Angst. Übrigens nicht nur Studierenden. Auch nach dem akademischen Abschluss begegnet man in sehr vielen Berufen – sei es nun als Medizinerin oder Psychologe, als Maschinenbauerin oder BWLer – immer wieder der Statistik. Auch viele Berufstätige haben dann wieder (bzw. immer noch!) Stress oder gar Angst dabei.

Deshalb schreibe ich jetzt an einem zweiten Coaching-Buch für Studierende UND Praktiker zum Thema Statistik- (oder auch Mathe-) Angst. So nach dem Motto: ‚Statistik, na und?! Was Ihr Prof Sie zu lehren vergaß‘.“

GBS: Das hört sich spannend an. Du scheinst auf den geschmack gekommen zu sein mit dem Bücherschreiben. Dann wird es bestimmt nicht mehr lange dauern bis das neue erscheint 😉 Und bis dahin bietet Dein Studienratgeber ja eine Fülle von Tipps zum besseren und einfacheren Lernen. Ich habe ihn übrigens schon vielfach weiterempfohlen und nicht nur Studierende waren begeistert. Oft lasen es auch Eltern, die ihre Kinder bei dem Lernen fürs Abi unterstützen wollten und ihnen Dein Buch gaben. Sie waren ganz erstaunt, selbst viele hilfreiche Tipps zu finden. Lebenslanges Lernen eben.
Danke Kira!“

Weitere Infos zum Studenten-Coaching von Prof. Dr. Kira Klenke finden Sie über die Website: http://www.klenkecoaching.com oder im Buch „Studieren kann man lernen. Mit weniger Mühe zu mehr Erfolg“ , Springer-Gabler Verlag 2012, ISBN 978-3-8349-3312-6

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Über behmsteidel

Als Coach schreibe ich hier regelmäßig über Coaching, Selbstmanagement, persönliche Weiterentwicklung, Life-Work-Balance, Burnout-Prophylaxe und vieles mehr rund ums Thema Coaching.
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